Gedanken zu meiner Malerei

 

Der Kunstwissenschaftler Michael Bockemühl betonte in einem Interview über die Ausbildung des Sehens von Kunst und Welt, dass die Wirklichkeit eines Bildes nur durch die „Bildrezeption als Bildproduktion“ im Betrachter, der es sieht, entstehen kann. Man könne das erscheinende Objekt nicht vom Subjekt, dem Betrachter, trennen.

Bezogen auf meine Malerei kann ich dieser These nur zustimmen. Auch für mich als Bilder malende Künstlerin ist entscheidend, dass ich dabei nicht einer Vorstellung, einem Bild oder einem Begriff folge und als Vorlage benütze. Beim Malen entwickelt sich das Bild aus sich selbst und ich folge dabei nur den Gesetzen der Farbkomposition und dem Ausdrucksvermögen von Farbe und Form. Die Sinnlichkeit der Farben spielt dabei eine besondere Rolle, ich möchte sie in meinen Bildern deutlich zum Ausdruck bringen, um dem/der Betrachter/in zu erleichtern, sie in sich zur Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit komplementären Gegenüberstellungen von Farben, Hell-Dunkel-Kontrasten, Farbschichtungen, Farbtransparenz, z.T. auch mit Strukturmassen und integrierten Fundstücken erschaffe ich Bilder allein nach meiner inneren Vorstellung. Es entstehen so Bilder der Ruhe, der Stille und Gelassenheit, aber auch Bilder mit temperamentvoller Pinselführung. Für mich sind diese Bilder autonom und die Wirklichkeit selbst.


„Malen heißt, nicht mit dem Verstand zu theoretisieren oder intellektuelle Überlegungen anzustellen, Malen ist eine Handlung, ein Bewegungsablauf, den man in sich trägt, der seinen Ursprung im Inneren hat.“ Jean Miotte